LETZTE TIEFE
Todesangst
& Okkultes
Hier endet der Rückweg.
Unter den Dielen zieht kalte Luft aus dem Schacht. Jedes Geräusch fällt hinab und kehrt als Echo zurück — später, leiser und mit einer Stimme, die dort unten nicht sein dürfte. Kreidespuren markieren einen Weg, der am Rand immer wieder abbricht. Auf einem losen Protokoll stehen fünf Einträge und ein Datum, das noch nicht eingetreten ist. Die Drohung wird nie ausgesprochen; gerade deshalb lässt sich nicht erkennen, wann aus einer Warnung der letzte Schritt wird. Hier endet der Rückweg, lange bevor das Licht erlischt.
DEN BODEN
Vor dir läuft ein Countdown, doch niemand erklärt, was bei null geschieht. Jeder Takt macht die Stille schwerer. Du suchst in den Gesichtern um dich herum nach einem Zeichen und spürst, wie jemand anderes über deine verbleibende Zeit bestimmt.

Du spürst, wie sich die Erde über dir schließt und die Geräusche der Welt immer ferner werden. Ein schmaler Lichtstreifen bleibt, dann bist du allein mit deinem Atem und der Enge um dich herum. Du versuchst, die Orientierung zu behalten, während der Raum über dir verschwindet.

Du siehst die Markierungen am Boden und begreifst, dass der Platz für dich vorgesehen ist. Der graue Beton umschließt dich immer weiter, bis Bewegung kaum noch möglich ist. Du wirst Teil der Wand, während neben dir alles weiterläuft, als wäre das schon immer so geplant gewesen.

Du hörst deine eigene Stimme auf einer Aufnahme und erkennst sie kaum wieder. Die anderen sind überzeugt, dass etwas Fremdes aus dir spricht, und beginnen mit dem Ritual. Je lauter sie werden, desto schwerer kannst du unterscheiden, welche Gedanken wirklich deine sind.

Du sprichst einen Namen aus, der lange nicht mehr laut gesagt wurde. Im dunklen Raum antwortet eine Stimme mit einer Erinnerung, die niemand sonst kennen kann. Du willst glauben, dass die gerufene Person zurückgekehrt ist – doch die Antwort klingt an einer Stelle fremd.
